Kinderspiel

Sprechen Erwachsene über Erinnerungen an ihre Kinderspiele, kommt den Außenräumen dabei vielfach eine beherrschende Rolle zu. Gerüche, Geräusche, Farben sowie Bewegungen von Wasser oder Bäumen an den Spielorten im Freien bleiben in ihrer Erinnerung lebendig. Denn sie spielten an Orten, denen nicht eine bestimmte Funktion zugedacht war – nämlich an Bächen und Gräben, auf Wiesen, auf Schuttgrundstücken und Baustellen oder am Waldrand. An Orten also, die einen besonderen Reiz ausübten, die Atmosphäre hatten, aber auch ein gewisses Risiko in sich bargen. All dies sind auch heute noch ideale Spielorte für Kinder aller Altersgruppen. Aber wo gibt es sie noch ? Wo können Kinder barfuß Grobes oder Feines, Nasses, Warmes oder Weiches spüren, gehen doch selbst auf dem Lande solche Erlebnisbereiche verloren.

Mancher Kenner der Situation spricht von einem Spielraumnotstand und Spielplätzen als möblierten Ghettos, denen die Ersatzfunktion für das vielfältige Kinderspiel vergangener Tage zugewiesen wird. Solche Orte können nur ein Teil des Erfahrungsbereichs von Kindern im spielerischen Umgang mit ihrer Umwelt sein.

Zum Spielen brauchen Kinder einfach Platz. Und mehr Natur in ihrem Wohnumfeld. Mit natürlichen Elementen wie Erde, Wasser und Feuer umzugehen, stellt ein Grundbedürfnis von Kindern dar. Etwas zu entdecken, auf Bäume zu klettern oder etwas selbst zu bauen, ist durch nichts zu ersetzen. Heute finden sie solche Möglichkeiten in ihrer direkten Umgebung meist nicht mehr. Wäre es also nicht längst an der Zeit, solche Elemente dort zu erhalten, zuzulassen oder zu schaffen, wo Kinder leben ? Bei meinen Spielraumplanungen versuche ich, dies zu berücksichtigen, wo immer es möglich ist.